Wintersport mit Handicap
Wie auch sehr viele andere Arten des heutigen Behindertensportes, begann der Skilanglauf für Menschen mit Handicap nach Ende des 2. Weltkriegs 1945 mit den Kriegsversehrten. Der Behindertensport begann sich zunehmend als feste Größe auch im Winter zu etablieren. Erstmalige Teilnahmen an Großveranstaltungen für nordische Versehrtensportler waren/sind:
Winter-Paralympics: 1976 Ornskoldsvik, Schweden 1980 Geilo, Norwegen 1984 Innsbruck, Österreich 1988 Innsbruck, Österreich 1992 Tignes, Albertville, Frankreich 1994 Lillehammer, Norwegen 1998 Nagano, Japan 2002 Salt Lake City, USA 2006 Turin, Italien 2010 Vancouver, Kanada 2014 Sotchi/Russland
Weltmeisterschaften der Behinderten: 1974 Grand Bournand, Frankreich 1982 Alpes Vaudoise, Schweiz 1986 Sälen, Schweden 1990 Jackson, USA 1996 Sunne, Schweden 2000 Crans Montana, Schweiz 2003 Mitteltal-Obertal, Deutschland 2005 Fort Kent, USA 2007 mangels Ausrichter fand keine WM statt 2009 Vuokatti/Finnland
Rollstuhlfahrer (LW10-12) und stark gehbehinderte Sportler benutzen für den Skilanglauf einen Sit-Ski. Dieser spezielle Skischlitten wird den unterschiedlichen Bedürfnissen des Sportlers angepasst und richtet sich nach dem Grad der körperlichen Behinderung. Im Langlauf werden Staffel- und Einzelwettkämpfe über Strecken von 2,5 bis 20 km ausgetrage.
Der Biathlon wurde erstmals bei den Paralympics 1992 in Albertville in das Wettkampfprogramm aufgenommen. Nach anfänglicher Skepsis hat sich diese Disziplin mittlerweile zu einem Höhepunkt bei allen Paralympic, Welt- und Europameisterschaften entwickelt. Bei den Weltmeisterschaften 2003 in Mitteltal-Obertal hat es erstmals einen "langen" Biathlon mit 12,5 Kilometer gegeben.
Die Streckenlängen betragen beim Sprint 7,5 Kilometer (3x 2,5 km) und bei der Langstrecke 12,5 Kilometer (5x2,5 km) - Schlitten Damen 10 km (4x 2,5 km) . Es werden liegend je fünf Schuss auf 10 Meter mit dem Luftgewehr oder Lasergewehr (B-Klassen) abgegeben. Je Fehlschuss gibt es bei der Langstrecke eine Zeitstrafe von einer Minute. Beim Sprint ist pro Fehlschuss eine Strafrunde von rund 150 m zurückzulegen. Die Regeln basieren weitgehend auf dem Reglement der IBU. Einige Regeln wurden jedoch ergänzt beziehungsweise abgeändert, um den speziellen Erfordernissen des Behindertensports gerecht zu werden. Es wird für die Zukunft angestrebt durch weitere Verbesserungen des Materials eine Mitführung der Waffe durch den Athleten auf der Strecke zur ermöglichen und den Wettbewerb dadurch den der Nichtbehinderten anzugleichen.
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