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Die Einteilung in Klassen

In den 70er und 80er Jahren integrierte der Behindertensport Ski Alpin alle Behinderten, außer den Gehörlosen und den geistig Behinderten in die Wettkämpfe.

Aus den damals drei bis sechs verschiedenen Behinderungsklassen entstanden 13 Klassen je Geschlecht. Das ergab über 26 Siegerehrungen mit 26 Siegern und je 26 Zweit- und Drittplazierten.

Um diesen "Medaillensegen" einzudämmen, wurde in den vergangenen Jahren ein Handicap System entwickelt, wonach alle Klassen in den drei Kategorien Blind, Stehend und Sitzend zusammengefasst sind und nur noch nach Geschlechtern getrennt sind.

Somit gibt es nur noch einen Sieger in jeder Kategorie und nicht mehr einen Sieger in jeder Klasse. 

Die Kategorie der Sitzenden mit den vier Klassen LW10 bis LW12/2, also der Paraplegiker und Doppelbeinamputierten, fahren mit dem sogenannten Skibob auf einer gefederten Sitzschale und mit zwei kurzen Skikrücken. 

Kategorie Sitzend mit fünf Klassen:
Klasse LW10-1   Monoskiläufer, hohe Querschnittlähmung, keine Bauchmuskulatur, keine Sitzbalance, Level ca. T 5-6, Cerebralparetiker, vier Gliedmaßen eingeschränkt (funktionelle Klassifizierung erforderlich)

Klasse LW10-2  Monoskiläufer, hohe Querschnittlähmung, wenig Bauchmuskulatur, keine Sitzbalance, Level ca. T7-10

Klasse LW 11 Monoskiläuer, niedrige Querschnittlähmung, Sitzbalance, Rumpf und Hüftkontrolle, Level ca. T11-L1, Cerebralparetiker (Diplegie) zwei Gliedmaßen eingeschränkt

Klasse LW12-1  Monoskiläufer, niedrige Querschnittlähmung, Beinfunktion, gute Sitzbalance

Klasse LW 12-2 Monoskiläufer, Amputation an beiden Beinen

Die Klassifizierung:
Jede behinderte Athletin und jeder behinderte Athlet muss vor seinem ersten Wettkampf von einem IPC anerkannten Physiotherapeuten oder Arzt untersucht und klassifiziert werden.

Das heißt, er muss seiner Behinderung entsprechend in eine Klasse eingeordnet werden. Die Art und Weise der Klassifizierung hat sich in letzter Zeit auf Grund neuer Erkenntnisse und vor allem durch die großen Leistungssteigerungen immer wieder verändert.

Heute werden die meisten Behinderten funktionell eingestuft, das heißt, es werden jene körperlichen Fähigkeiten getestet, welche es dem Sportler erlauben, sie im Wettkampf einzusetzen.

Bei den Rollstuhlsportlern sind vor allem die neurologischen Ausfälle maßgebend, also welche Rumpffunktionen kontrolliert werden können und welche nicht. 

Das Handicap-System:
Das RHC-KREK-System (Realistic Handicap Competition und Kreative Renn Ergebnis Kontrolle) oder kurz Handicap System genannt, ist ein Faktorsystem, welches das Ziel verfolgt, verschiedene Behinderungsklassen in den Kategorien Blind, Stehend oder Sitzend möglichst gerecht zu werten und einen Sieger in jeder Kategorie zu ermitteln.

Damit kann trotz differenzierten Behinderungsarten ein Wettkampf innerhalb einer Kategorie stattfinden. Das Handicap System wurde im Jahre 1990/91 im damals neugegründeten Alpencupkomitee aus den zwei bereits existierenden Systemen zusammengeführt und weiterentwickelt.

Dadurch wurde das Ziel erreicht, möglichst überschaubare und zugleich sportlich faire Ergebnisse und Rangierungen zu erhalten. Das Handicap System hat bis heute weltweite Anerkennung gefunden.

Folgendes Beispiel verdeutlicht die Berechnung eines solchen Handicaps:
Die schnellste Klasse der Herren im Slalom sind die Krückenskiläufer (Klasse LW2), welche somit den Faktor 1,0 bekommen.
Die Doppel-Oberschenkelamputierten (Klasse LW1) in der gleichen Kategorie der Stehenden benötigen wesentlich mehr Zeit und bekommen einen Faktor von 0,7999898.

Wenn ein Rennfahrer in der Klasse LW2 eine Zeit von 1 Min. 40 Sek. fährt, muss ein Rennfahrer aus der Klasse LW1 eine Zeit von unter 2 min 5 sek fahren und gewinnt trotzdem das Rennen, da sein Handicap um diesen Faktor grösser ist (125 Sek. x 0,7999898 = 99,99 Sek.).

Die Faktoren aller Klassen werden nach jedem Rennen neu auf acht Kommastellen berechnet, und auf sieben Stellen gerundet. Sollte das Resultat oder der Faktor des aktuellen Rennens eine Schwankung von über Plus 5 % oder Minus 3 % aufweisen, wird kein neuer Faktor berechnet, um sogenannte Ausreisser oder extreme Rennresultate nicht zu berücksichtigen.

Liegt der Faktor innerhalb dieser Höchstschwankungen, wird bei einer positiven Abweichung nur 30 % dieser Differenz zum alten Faktor addiert und bei einer negativen Abweichung gar nur 5 % davon subrathiert, welches dann den neuen Faktor für das nächste Rennen ergibt.